Wenn Demenz die ganze Familie trifft

Shownotes

Salz Steirische Alzheimerhilfe: https://steirische-alzheimerhilfe.at

Vergissdeinnicht Demenz Wegweiser Graz: https://vergissdeinnicht.net/demenzwegweiser

Österreichische Gesundheitskasse: https://www.oegk.at

Salon Deluxe: https://www.salondeluxe.at

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00:00:02: Salz im

00:00:02: Kopf, der Podcast

00:00:04: zur Demenz.

00:00:06: Von

00:00:06: Angehörigen für Angehöhrige.

00:00:10: Herzlich willkommen zu Salz in Kopf, dem Podcast von salzsteirischer Alzheimerhilfe!

00:00:15: Ich bin Claudia Knopper

00:00:17: und mein Name ist Kerstin Weichert.

00:00:19: Wir beide sind Angehöhre.

00:00:21: von Menschen mit Demenz

00:00:28: Möchten wir einerseits Angehörige ermutigen, unsere Geschichte zu erzählen.

00:00:33: Wir möchten aber auch mit Vorurteilen aufräumen und wir möchten hilfreiche Experten zu Wort kommen lassen.

00:00:42: Heute sitzen wir hier in Graz mitten in der Stadt – in der Bürgergaste!

00:00:47: In der wunderschönen Galerie Grill und starten mit unserer ersten Folge.

00:00:55: Und Kerstin bevor wir Die findest du immer eintauchen.

00:00:58: Meine erste Frage, bist du eher eine Süße oder eine Salzige?

00:01:02: Also heute bin ich eher ein Salziger.

00:01:06: Okay also eher Solette und keine Topfentasche.

00:01:09: So ist es genau!

00:01:13: Kerstin, ich weiß ja, dass dein Mutter vor rund zehn Jahren an Demenz erkrankt ist.

00:01:19: Mir würde interessieren, habt ihr das gleich gemerkt?

00:01:22: Habt ihr gleich geahnt, dass das Demenz ist?

00:01:24: wie war der Weg?

00:01:26: Der Weg war weit.

00:01:28: So kann ich mal anfangen, weil wir natürlich so wie es dem meisten geht nicht sofort merkt haben, dass sie bei meiner Mama was verändert.

00:01:35: Es waren eher kleine Auffälligkeiten, dass die Sätze nicht mehr beenden konnte und ihr Wörter nicht mehr eingefallen sind.

00:01:43: Und dass sie auch immer launischer geworden ist.

00:01:46: Wir hatten dann viele Ausreden dafür für uns selbst und sie auch natürlich, wie's so oft ist Und erst als dann noch mehr Signale dazukommen sind wie Übelkeit und der Schwindelgefühl bei ihr, haben wir gesagt gut das sollten wir jetzt einmal medizinisch abklären.

00:02:03: Dann haben wir den Ärzte ready gestartet quasi und es hat schon einige Monate gedauert bis man dann wirklich wussten was los ist und sind eigentlich nur durch Zufall über einen Tip von einer Bekannten die im Demenzbereich arbeitet in diese Richtung gelenkt worden.

00:02:19: Sonst hätte man wahrscheinlich noch viel länger gebraucht, bis wir da hinterkommen wären.

00:02:23: Okay ... Und wie ihr die Diagnose gehabt habt?

00:02:27: War euch gleich klar was das jetzt bedeutet?

00:02:30: Also, konntet ihr das nicht nehmen?

00:02:35: Weil deine Mutter war ja noch sehr jung.

00:02:36: Genau!

00:02:37: Mein Mama war Anfang sechzig und natürlich war der Diagnos sehr schock für uns.

00:02:42: Demenz läuft in meiner Familie zwar leider bei den Frauen durchgängig durch.

00:02:48: Aber die haben es alle viel später bekommen, mein Oma mit Achtzig und durch einen Schlaganfall ausgelöst und dass meine Mama mit Anfang Sechzig jetzt so eine Erkrankung hat war unfassbar!

00:03:00: Also für mich und für meinen Vater und mein Schwester war das unverstehbar was das jetzt bedeutet und wir konnten auch nichts mit dem Thema frontotemporale Demenz anfangen.

00:03:11: wie unterscheidet sich das zu anderen Demenzformen?

00:03:14: Wie Alzheimer oder Es gibt so viele unterschiedliche Ausprägungen.

00:03:20: Und wir sind dann mit der Diagnose von der Ärztin entlassen worden, mit den Worten macht es einfach alles weiter wie bisher.

00:03:28: Aber für uns war nichts mehr als bisher.

00:03:31: Ja, logischerweise.

00:03:33: Also ihr seid jetzt auch nicht darüber aufgeklärt worden was die frontotemporale Demenz wirklich ist oder?

00:03:39: Also ich hab dann ein bisschen recherchiert und gesehen, dass viele der Symptome, die meine Mama hatte.

00:03:45: Die Stimmungsschwankungen, die Wortfindungsstörungen auf diese Erkrankung hindeuten ... Aber was das jetzt wirklich mit sich bringt, war uns zum damaligen Zeitpunkt da überhaupt nicht bewusst.

00:04:01: Und du lebst ja jetzt mit deinen Eltern zusammen?

00:04:04: Ich weiß ja, dass du dir gerade eine wunderschöne Wohnung im Haus deiner Eltern gebaut hast!

00:04:09: Erzähl uns ein bisschen, wie schaut der Alltag aus?

00:04:11: oder wie schaut euer Alltag?

00:04:14: Ja in den ersten Jahren war der Alltag sehr von Routinen geprägt.

00:04:18: Für meine Mama war es unheimlich wichtig alles noch einen genauen Ablauf zu machen und wenn da irgendetwas abgeweicht ist dann war vorbei.

00:04:26: Dann ist sie in Stress verfallen hat Technik bekommen und natürlich wir alle dann mit.

00:04:31: Und ja durch diese unverheißelbaren Stimmungsschwankungen Distanzlosigkeit, die es entwickelt hat.

00:04:41: Vor allem ja ich und mein Papa natürlich auch sehr mit der Mama gehadert in den ersten Jahren und auch mit der Erkrankung weil wir wussten nicht wie man damit umgehen sollen.

00:04:54: warum hat sie plötzlich keine Ahnung mehr wie sie was kocht was immer gekocht hat wo's ist doch gestern august hat?

00:05:04: Das Schwere ist ja in der Situation, dass sie es noch tun wollen.

00:05:08: Und überhaupt nicht ... und du jetzt nicht genau weißt, wie soll ich da eingreifen oder helfen?

00:05:14: Weil du merkst dir, dass das nicht mehr geht, oder?

00:05:17: Da fangen praktisch diese ganzen Stimmungsschwankungen an.

00:05:22: Wahrscheinlich auf beiden Seiten.

00:05:24: Man wird dann irgendwie ungeduldig, man will nur erklären.

00:05:26: Der sagt, erklär's mir das.

00:05:27: Ich mach das mein ganzes Leben lang, macht's aber falsch.

00:05:30: Das ist was, was so schwierig macht.

00:05:34: Und genau das war, was sehr viel Streitpotenzial in sich hatte.

00:05:39: Ich sage in diesen ersten Jahren habe ich mit meiner Mama so viel gestritten wie meine ganzen Teenagerzeit nie.

00:05:46: und mittlerweile ist es aber Gott sei Dank so dass wir alle entspannter sind.

00:05:54: Mit den Jahren und dem Krankheitsverlauf ist auch bei uns die Akzeptanz gekommen, dass wir einfach das jetzt so hinnehmen müssen.

00:06:01: Und dadurch muss ich etwas sagen, hat auch meine Mama eine gewisse Ruhe wiedergefunden und der Gelassenheit.

00:06:07: Unsere Tage sind mittlerweile viel entspannter.

00:06:09: Wir richten uns natürlich noch immer nach ihr aber sie steht auf wenn Sie aufstehen will.

00:06:15: das Essen muss nicht mehr Punkt halb zwölf haben die stehen.

00:06:18: es ist alles viel ruhiger geworden und ich muss sagen damit auch angenehmer und wieder leichter.

00:06:25: Das hätten wir uns damals nie vorstellen können.

00:06:27: Ich muss sagen, vor fünf Jahren hätte ich nicht gedacht, dass wir auch wieder ganz normale Dinge mit der Mama machen können und sie zu Familienfeier mitnehmen zum Beispiel.

00:06:37: Das ist dazwischen gar nicht gegangen.

00:06:39: Und das macht's jetzt wieder?

00:06:40: Es geht jetzt wieder.

00:06:41: ja also gerade am Anfang der Erkrankung hat sich sehr isoliert.

00:06:45: es haben sich auch die Leute von mir abgewandt weil Sie auch nicht wussten wie sie umgehen sollen mit diesen neuen Verhalten Und sie wollte nun mal zu Hause sein, aber mittlerweile freut sich sie.

00:06:56: Wenn wir sie wieder mitnehmen und sie in einer großen Menschenrunde ist, sie beobachtet alle und nimmt das schon sehr gut auf wieder.

00:07:03: Das ist einfach schön zu sehen!

00:07:04: Es ist sehr schön.

00:07:06: Ich meine, dass habe ich ja selber erlebt im Laufe der Zeit... Ich persönlich empfinde es immer so, dass das mittlere Stadium das Schwierigste ist.

00:07:15: Also in der Zeit wo sie eigentlich nur sehr viel starken Willen haben die Dinge allein zu machen und ihre Mündigkeit nicht zu verlieren aber schon sehr viele Defizite da sind und man eigentlich auch daneben steht und nicht weiß wie greift man da jetzt so ein?

00:07:30: Dass der Mensch sich trotzdem wohl fühlt und so wie du das jetzt beschreibst Kein Stress erzeugt und keine Anspannung, keine Streitereien.

00:07:38: Weil das ist mir beim Papa gleichgegangen, dass ich gedacht habe, ich helfe ihm jetzt aber er wollte sich eigentlich gar nicht helfen lassen weil er natürlich in seiner Mündigkeit beschnitten worden ist.

00:07:49: also für mich war es sehr hart lange Zeit.

00:07:53: also ich glaube da ist die zeit eher des was uns so gut kommt im laufe der krankheit.

00:08:00: auch Ich denke immer oft, die Betroffenen selber müssen auch lernen diese Krankheit zu akzeptieren.

00:08:07: Man vergisst sie immer.

00:08:09: Aber im Endeffekt, dass Sie quasi erst einmal Akzeptanz der Krankheit gegenüberfinden.

00:08:14: Und das eint uns glaube ich als Angehörige unbetroffene.

00:08:18: Wir versuchen ganz krampfhaft an der alten Normalität festzuhalten, leben aber eigentlich schon in einer neuen Realität und ja man wird sie lange dagegen.

00:08:29: Aber zum Glück haben wir, wie gesagt hat auch seine Zeit gedauert.

00:08:33: Aber diesen Turn-Around gefunden und jetzt geht es uns eigentlich allen viel besser in der Situation.

00:08:40: Obwohl meine Mama mittlerweile sehr fortgeschritten ist in ihrer Krankung?

00:08:44: Vielleicht muss man sich das auch bewusst sein als Angehöriger unbetroffener.

00:08:50: Dieser Weg zur Akzeptanz dessen, was da jetzt passiert.

00:08:54: Das ist wahrscheinlich klar leichter und erlaubwieriger auch.

00:08:59: Dass man sagt okay das ist gemeinsame Aufgabe die man bewältigen muss.

00:09:04: vielleicht wenn man mehr darauf hinschaut und mehr Fokus drauf hat dann tut man sich ja leichter damit oder wenn man sich zumindest bewusst macht wir müssen jetzt alle mal in die akzeptanz kommen und es ist nicht einfach weil wir wissen ja alle was das bedeutet.

00:09:18: Schlussendlich, wenn man sagt okay.

00:09:21: Man akzeptiert was da jetzt passiert.

00:09:23: Ja, man verliert den Menschen und man verlierts ja als Betroffener selber.

00:09:27: Und das ist auch diese Trauer mit der wir arbeiten müssen?

00:09:30: Der Mensch ist noch da, er schaut nur so aus wie früher aber eigentlich ist er nicht mehr da und man muss sich langsam verabschieden.

00:09:37: Oder er blitzt immer wieder auf also das habe ich auch immer schwierig gefunden dass er immer wieder aufgeblitzt.

00:09:42: Also du glaubst okay Das ist jetzt wirklich vorbei.

00:09:46: Das ist vom Tisch, diese Eigenschaft ist weg.

00:09:50: und dann erfahren wir, gibt es Tage wo sie wieder da sind und du wieder Hoffnung schöpfst?

00:09:54: und dann denkst man wie schön war das doch?

00:09:57: Ja also ... Es ist eine extrem herausfordernde Situation.

00:10:04: Also was hat dir persönlich geholfen mit der Erkrankung umzugehen?

00:10:11: Was war das, wo du gesagt hast, dass ich da habe?

00:10:17: Also der wichtigste Punkt war sicher, dass meine Schwester Gott sei Dank auf Salz aufmerksam geworden ist und mich überredet hat zu einem Einzelgespräch mit dir Claudia mitzugehen.

00:10:30: Und ich muss dazusagen in den ersten Jahren wollte ich überhaupt nicht!

00:10:34: darüber reden, mit niemanden.

00:10:36: Das haben nur ganz wenige meiner Freunde gewusst, dass mein Mama Demenz hat und ich bin immer gesagt wenn ihr das Haus verlasst dann lasse die Krankheit hinter mir und gehe in mein normales Leben und hab versucht krampfhaft an dem festzuhalten.

00:10:50: Ja, aber irgendwann ging es nicht mehr.

00:10:52: und dann – Gott sei Dank haben wir eben zu Salz gefunden.

00:10:56: Und dort habe ich bemerkt, wir sind gar nicht alleine!

00:10:59: Und so wie uns geht's ganz vielen anderen auch und das war für mich etwas was ich mir überhaupt nicht vorstellen hab keiner nicht gedacht nur uns gehts so schlecht man ist in diesem Rat und sieht gar nicht mehr was links und rechts von einem eigentlich auch passiert.

00:11:14: Das hat meine Mutter auch immer gesagt.

00:11:15: Sie hat gesagt, in der Zeit der Krankheit hat sich so was wie Scheu-Glauben entwickelt und die erst aufgefallen ist, als ich mein Papa nicht mehr da war und eigentlich erst ein, zwei Jahre später, dass sie wieder anfangen links rechts zu sehen.

00:11:28: Also sie hat es so beschrieben wenn sie ihnen einen Kaufhaus geht, fast früher nur so... Liste rein, abhacklinge raus und jetzt sieht sie wieder was vielleicht Rechts-Links ausgestellt ist.

00:11:40: Was Neues gibt oder sonst irgendwas.

00:11:42: Das stimmt also man sieht dann wirklich nur mehr Tunnelblick.

00:11:47: Und damit hat Salz uns eigentlich oder mir sehr gut geholfen meiner Schwester auch Sie sind in den ersten Jahren immer mitgegangen in die Selbsthilfegruppen.

00:11:57: und der zweite Punkt war was uns da natürlich auch sehr geholfend war Die Entlastung durch Hilfe von außen.

00:12:06: Auch das war nicht einfach, wir haben lange gedacht, wir schaffen das schon alleine in der Familie.

00:12:10: aber irgendwann war dann der Punkt erreicht was nicht mehr gegangen ist.

00:12:14: und dann haben wir gesagt gut jetzt brauchen wir Unterstützung.

00:12:16: und es war ganz eine wichtige Entscheidung.

00:12:20: und wir haben relativ schnell bemerkt dass das die richtige Entscheidung war weil meine Mama hat sehr viel mitgenommen dass jemand anderes gekommen ist und sich nur mit ihr beschäftigt hat und ihr volle Aufmerksamkeit geschenkt hat.

00:12:36: Und das konnten wir ja oft nicht, weil der Altag hat es nicht erlaubt, man hat so viele andere Dinge nebenbei zu tun.

00:12:42: Man kann sich dann nicht einfach drei Stunden nehmen hinsetzen und Kartenspielen.

00:12:46: Ja dadurch ist auch sie entlastet worden von uns mehr oder weniger!

00:12:53: Ich glaube da liegt viel Wahrheit drin.

00:12:57: Ich kann mich erinnern, mein Vater hat lange Zeit, wenn ich auf ihn zukommen bin sehr aggressiv reagiert.

00:13:03: Das hat mir extrem belostet und wir haben dann eine Gedächtnis-Trainerin gehabt, die Ina.

00:13:10: Und die Iina hat quasi ... Wenn sie auf einen Vater- und Zugang ist mit ihm ein extrem gutes Verhältnis gehabt und die haben Spaß gehabt miteinander.

00:13:17: Und das hat mich extrem verstört.

00:13:21: also... Ich habe ihn einmal gefragt und gesagt, wie geht das?

00:13:27: Warum kannst du mit ihm so gut und warum mag er mich nicht mehr?

00:13:31: oder warum ist er aggressiv.

00:13:33: Und dann hat die ihnen gesagt, ich kenne dein Vater nur von jetzt.

00:13:37: Ich hab keine Vorfahrung mit deinen Vaters.

00:13:39: Ich habe keine Erinnerungen an denen es früher war, sondern ich nehme ihn so, wie er jetzt ist.

00:13:44: Du hast eine emotionale Baustelle in dir.

00:13:47: Du siehst immer nur den Verlust Irgendwie ein Griff kriegen und das war auch einer der besten Tipps meines Lebens.

00:13:55: Weil ich gemerkt habe, je besser ich damit umgehe, je mehr ich in die Akzeptanz komme mit meiner Trauer umgehen kann, desto mehr kann ich wieder mich nähern und wirklich Spaß mit ihm haben und gute Zeit mit ihm erleben und das ist für mich sehr wichtig.

00:14:09: Mir hat besonders geholfen.

00:14:11: dieses Gefühl des was mein Vater macht ist nicht sein Charakter oder seine Persönlichkeit, sondern es ist die Erkrankung.

00:14:18: Weil ich's einfach in der Gruppe gesehen hab, ganz viele haben mir die gleichen Probleme zu tun.

00:14:23: Wir wissen ja, was so eine Launenhaftigkeit beschreibt, je auf die Aggression, die man fährt, teilweise gehabt hat mich schon sehr belastet.

00:14:31: also das war für mich schon schwer damit gut umzugehen und das war sehr beruhigend.

00:14:36: wie gemerkt habe Das hat eigentlich gar nichts mit meiner Beziehung, mit meinem Vater zu tun.

00:14:41: Aber vielleicht nie mehr schon nicht mögen.

00:14:45: Sondern es hat ganz viel mit der Krankheit.

00:14:47: Dass ich irgendwas falsch mache in der Betreuung oder mit ihm im Umgang, sondern dass das mehr oder weniger wirklich ein Teil der Krankheiten ist, denke ich mal.

00:14:57: Hat dir sonst noch was geholfen?

00:15:00: Ist sonst noch irgendetwas gewesen, wo du sagst ... Wenn ich das nicht gehabt hätte, wär sie nicht wieder mit Ungarnheit sollen.

00:15:07: Ja, im Verlauf der Jahre und auch im Verlaufe der Krankheit war es dann irgendwann für uns klar wir schaffen das nicht mehr alleine als Familie.

00:15:15: Mein Papa und ich und einmal Schwester die extra von Wien wieder zurück nach Graz zogen ist um uns zu unterstützen so ähnlich wie bei dir Claudia Und wir haben beschlossen, wir brauchen jetzt Hilfe von außen und von extern.

00:15:29: Das war einer der wichtigsten Schritte für uns alle – auch für die Mama, die zurückblickend gesehen hat, dass wir uns jemanden ganz anderen holen, den sie mit der Mama beschäftigt.

00:15:41: Wir waren am Anfang skeptischer als sie.

00:15:43: Sie hat sich darauf eingelassen, freut, dass jemand kommt, der nur mit ihr was macht und ihr Aufmerksamkeit schenkt.

00:15:51: die Zeit, in der wir das Angehörige gar nicht so haben im Alltag.

00:15:57: Für uns war es eine Leichterung, weil wir die Entlastung gefunden haben, die wir gar nicht wussten, um das zu brauchen.

00:16:04: Das ist sehr spannend, denn wir wissen aus den Gesprächsrunden ... Genau dieser Punkt, der ist vor denen sich viele schon jemanden fremden ins Haus zu holen.

00:16:14: Also zu sagen und wir ja oft auch das Argument kriegen, er wird es nicht akzeptieren oder sie würde das nicht akzipieren.

00:16:22: Sie akzeptiert nur mich und ich muss immer dabei sein weil alles andere funktioniert nicht.

00:16:29: Und du hast jetzt genau das Umgekehrte.

00:16:31: Deswegen fühl ich das sehr gut, dass du es erzählst.

00:16:33: Weil ich glaub auch, dass für den Menschen mit Demenz eine Erleichterung ist.

00:16:38: Wenn endlich einmal wer da ist, der vielleicht nicht die Defizite ständig sieht oder?

00:16:42: Genau, so ist's.

00:16:45: Das hat uns in dem Sinn auch weiter geholfen, weil wir wieder Zeit hatten vor allem mein Papa, der ja auf vierundzwanzig Stunden neben meiner Mama war und ... Dadurch auch wieder seinen Hobbys nachgehen konnte und ein paar Stunden einfach mal raus kam aus dem Haus.

00:17:02: Ich hatte das Glück, dass ich zumindest arbeiten gegangen bin und acht Stunden nicht daheim war was schon ein bisschen eine Distanz bringt.

00:17:10: aber mein Papa war ja wirklich immer neben und man hat ihm das schon sehr angemerkt, dass er es an ihm zählt.

00:17:16: Und ja, so wie du sagst, das kommt auch ganz oft in den Gesprächsrunden.

00:17:21: Dass die Leute glauben niemand anders oder man will niemand anderen damit belasten und wir waren auch so.

00:17:27: Gebe zu!

00:17:28: Ich hab auch gedacht ich kann es ja niemandem zumuten dass der mit meiner Mama jetzt vielleicht Karten spielt.

00:17:32: Das ist ja unnötig aber da ging alles der Fall.

00:17:36: Wie du sagste freuen sie dann und nehmen das sehr gut an wenn jemand von außen kommt?

00:17:46: Wo man sagt, wenn ein Froschiner heißes Wasser werfen würde, würde er sofort wieder raus springen.

00:17:51: Aber wenn man den Froschin kaltes Wasser setzt und schon langsam erwärmt, bleibt der so langsitzen bis er kocht ist ... Ja!

00:17:58: Und oft hab ich das Gefühl als Angehöriger, die geht's gleich.

00:18:02: Du merkst den Druck, der sich da so sukzessive über Jahre aufbaut.

00:18:06: Irgendwann dann nicht mehr.

00:18:09: Aber du hast ihn.

00:18:11: Erst wenn irgendwas von außen kommt was den Druck nimmt Merkst du erst, wie schwer das die ganze Situation eigentlich war?

00:18:21: Ich sag immer wir sind in einem Hamsterrad.

00:18:23: Und man läuft, läuft und läuft bis er es rausschmeißt.

00:18:25: So weit soll's aber nicht kommen weil wenns die rausschmeißt dann ist das oft in Form dass man selber krank wird und eben genau da diese Unterstützung seinem Angehörigen nicht mehr leisten kann.

00:18:36: Das ist das Schlimmste was passieren kann.

00:18:39: kommt ja diese externe Betreuung unvorbereitet.

00:18:43: Der andere Weg ist der bessere, das glaube ich auch.

00:18:48: Warum machen wir diesen Brotkast?

00:18:50: Mit Salz im Kopf möchten wir Mut machen.

00:18:54: Wir mecherten Mut machen offen über die Demenz zu sprechen, Erfahrungen zu teilen und untereinander stärken.

00:19:02: Als salzsteuerische Alzheimerhilfe begleiten wir bereits seit vielen Jahren die Menschen in Gruppen In Gruppen in der ganzen Steuermarkt, in allen Regionen.

00:19:11: Mit dem Bootcast möchten wir Menschen erreichen die nicht die Möglichkeit haben zu diesen Gruppen zu kommen.

00:19:16: Du wirst zukünftig mit dem fabelhaften Team von Salon Deluxe die da hinter der Kamera sitzen diese Bootcast-Serie gestalten.

00:19:27: Was war für dich der Anstatt diesen Bootcast ins Leben zu rufen?

00:19:33: Ich finde die Gelegenheit eigentlich super so niederschwellig an Leute heranzukommen, für die vielleicht eine offene Gesprächsrunde auch nichts ist.

00:19:41: Es gibt genug Leute, die gerne mehr Informationen hätten von Angehörigen aber die niemals in eine offenne Runde gehen würden.

00:19:50: und das war einer der ausschlaglichen Punkte warum ich mich so investiert habe in dieses Thema weil ich finde es eine tolle Möglichkeit viele Menschen zu reichen Und auch mit Vorurteilen vielleicht abzubauen und wie du schon gesagt hast, ihnen ein bisschen Mut zuzusprechen.

00:20:06: Weil das braucht man leider sehr oft in dieser Situation.

00:20:11: Das stimmt!

00:20:14: Eine Robik von unserem Broadcast der zukünftig hoffentlich über viele Jahre regelmäßig erscheint heißt Vorurteil AD.

00:20:24: Da sprechen wir über Sätze oder Annahmen die ... uns auch Gehörigen oft begegnen und uns eher ärgern als Stärken oder sonst irgendwas.

00:20:35: Hast du so einen Satz, wo du sagst dieses Vorteil?

00:20:40: Du kannst das nicht mehr hören!

00:20:43: Ja mein Lieblingsunsatz ist sie kennt mich eh nicht mehr oder?

00:20:49: Und das ist etwas wo ich mittlerweile sehr gereizt reagiere.

00:20:55: Ich verstehe natürlich die Angst der Leute, dass sie jetzt vielleicht nicht mehr an Bedeutung haben für meine Mama.

00:21:03: Sie waren immer gute Freundinnen von ihr und kennen sich schon seit vielen Jahrzehnten.

00:21:08: Aber man muss eigentlich ein bisschen hinter die Fassade schauen und auch hinter die Krankheit als immer noch Mensch mit Gefühlen bleiben.

00:21:18: Das sage ich immer.

00:21:20: Fürs Fühlen braucht man kein Kopf, da braucht man nur das Herz und das merkt man auch bei meiner Mama.

00:21:26: Auch wenn die Anfangsserie sehr schwierig waren mit ihr und durch diese Persönlichkeitsveränderung, die durch die Krankheit war sie sehr viel an ihrem Charakter verloren hat, merkt mir jetzt dass es wieder zurückkommt.

00:21:37: Und das sieht man, wenn er ein Enkelkind anschaut wie sie vorher herum springt oder wenn i ganz falsch irgendeine Lied mit singen in der Küche und sie herzlich zum Lachen anfangen.

00:21:52: Oder wenn Sie die Katze beobachten, die Sie früher niemals ins Haus lassen hätte ... Und jetzt auf Ihrem Bett sitzt?

00:22:00: Und Sie dir dann sehr skeptisch und mit einem bösen Blick zu mir anschauen, warum lasst du das zu?

00:22:08: Ja also viele Emotionen sieht man jetzt wieder die in den Anfangsjahren vergangen sind.

00:22:16: Und ich denke mir, dass das was zählt und im Herzen sind wir immer noch alle da.

00:22:22: Das stimmt!

00:22:23: Ich denke mir auch diese Veränderung der Persönlichkeit, die du ansprichst oder auch dieser Verlust der Sprache und auch der Verluste des Zugangs oft ist zwar für jemanden, der nicht regelmäßig dabei ist sicher schocker teilweise Aber andererseits merkt man zu viel, andere Qualitäten.

00:22:45: Man lernt einen anderen Umgang und einen anderen Zugang zu finden.

00:22:49: Und man lernt quasi ganz viel von Schwingungen zu leben mehr als früher, wo man sich nur auf die Sprache konzentriert hat.

00:22:56: Heute fühlt dann auch der Körper Ausdruck, der uns sagt wie weit sie da sind oder nicht.

00:23:05: Ja vielen Dank Kerstin für die Offenheit und dafür viel Vertrauen!

00:23:09: und vor allem für den Engagement in der Richtung.

00:23:11: Also, ich freu mich schon auf alle Podcasts, die dazukommen?

00:23:14: Ja, ich mich auch!

00:23:16: Ich bin auch schon sehr gespannt was uns erwarten wird.

00:23:18: Und ich glaub ganz viele interessante Gespräche.

00:23:21: wir haben ja sehr viel vor.

00:23:23: Wir wollen so viele Facetten wie möglich beleuchten als Angehöriger und vielleicht nicht nur mit Angehörtensprächen sondern auch mit Professoristen um mal auch auf die andere Seite zu schauen.

00:23:35: Auf das bin ich auch schon total neugierig

00:23:37: Genau.

00:23:38: Wir haben gesagt, wir möchten ja ganz viele Lebenssituationen darstellen die unterschiedlichsten, ob es jetzt der Partner ist, die Kinder, ob sie Schwiegertochter ist und auch verschiedene Problematiken anrennen wie der Weg ins Heim, den Weg zur Diagnose, der Umgang und alles was sonst noch bei dessen wirklich großen Thema Demenz gibt.

00:23:59: Und die Themen werden uns bestimmt nicht ausgehen?

00:24:02: Nein,

00:24:02: ganz sicher nicht.

00:24:07: Zum Schluss suchen wir immer noch eine Prisesalz.

00:24:11: Genauso viel, dass es spürbar wird.

00:24:14: Also einen wertvollen Tipp.

00:24:16: Deine persönliche Prisesals für Menschen, die an Angehörigen mit den Menschen begleiten.

00:24:22: Was ist Teilprisesalzen?

00:24:24: Meine Prisesaalze ist auch im Sinne des Podcasts zu reden Und damit meine ich gar nicht, dass man sie Beratungen oder Tipps irgendwo holt.

00:24:32: Sondern manchmal tut es einfach nur gut, wenn man sich irgendwas auskotzen kann.

00:24:36: Sei es bei einer Freundin oder bei der Schwester oder vielleicht bei irgend einem fremden.

00:24:41: Aber wenn man einfach mal redet, das tut sehr gut und das geht am Donnern auch meistens

00:24:46: besser.".

00:24:47: Super!

00:24:48: Da beendet diesen Brotgas mit den Worten niemand muss diesen Weg alleine gehen.

00:24:52: Die sind

00:24:53: da!".

00:24:54: Du bist nicht allein... Hol dir deine Prise Salz überall, wo es Podcasts gibt.

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